Oscadamus erklärt: Unterschied zwischen Ton und Tonschnitt

Unterschied zwischen Ton und Tonschnitt – Oscadamus erklärt

Oscar-Kategorien gibt es eine ganze Menge und die allermeisten davon sind leicht zu verstehen. In der Kategorie Beste Kamera ehrt die Academy zum Beispiel die beste Kameraarbeit des Jahres, der beste Regisseur bekommt hingegen den Preis für die Beste Regie und so weiter. Doch zwei Kategorien sorgen immer wieder für Verwirrung: Bester Ton und Bester Tonschnitt. Was es damit auf sich hat, ist nicht gerade offensichtlich, zumal die deutsche Übersetzung auf eine vollkommen falsche Fährte führt. Hier erfahrt ihr, was die beiden Kategorien konkret bedeuten und was der Unterschied zwischen Ton und Tonschnitt ist.

Das bedeutet die Kategorie Bester Ton

Wenn wir uns die englische Bezeichnung dieser Kategorie ansehen, wird relativ schnell klar, worauf sie sich bezieht. Im Original heißt die Auszeichnung Best Sound Mixing, es geht also um das Mischen von Ton. Der Preis wird seit 1930 verliehen und geht an die Tonmischer des Films. Deren Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die einzelnen Tonspuren gut aufeinander abgestimmt sind. So sollten während Dialogszenen die Schauspieler deutlich zu hören sein, während die Musik und sonstige Nebengeräusche im Hintergrund bleiben. Auch in Actionszenen müssen Tonmischer dafür sorgen, dass die einzelnen Audioelemente ein stimmungsvolles Gesamtbild ergeben. Wenn zum Beispiel eine Granate direkt neben der Kamera explodiert, sollte das natürlich deutlich lauter sein, als wenn es 100 Meter entfernt passiert.

Die Arbeit eines Tonmischers ist besonders herausfordend, wenn es sehr viele Geräuschquellen gibt. Action- und Musikfilme haben deshalb meist die Nase vorn. Hier ein Beispiel für eine oscarprämierte Tonmischung:

Das bedeutet die Kategorie Bester Tonschnitt

Die Kategorie Bester Tonschnitt heißt im Original Best Sound Editing und hat nur bedingt etwas mit dem Schneiden von Ton zu tun. Hier lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit, denn der 1964 eingeführte Preis hieß anfangs Best Sound Effects. Die Herkunft der Auszeichnung liegt also im Bereich der Soundeffekte, was uns schon etwas näher zum Ziel führt. Sound Editing bezeichnet allerdings viel mehr als nur die Soundeffekte oder den Tonschnitt. Eine treffendere Übersetzung wäre wohl Beste Tongestaltung. Preisträger sind nämlich meist die leitenden Tongestalter einer Produktion. Diese haben die künstlerische Leitung über alle Audioelemente eines Films, mit Ausnahme der Musik. Sie entscheiden also, welche Tonaufnahmen es in den fertigen Film schaffen. Außerdem bearbeiten sie die Audiodateien und leiten die Ergebnisse an die Tonmischer weiter.

In dieser Kategorie sind Actionfilme extrem dominant. Überall wo es kracht und scheppert, muss ein Tongestalter dafür sorgen, dass es glaubwürdig klingt. Hin und wieder gibt es aber auch Ausnahmen, wie zum Beispiel den Science-Fiction-Film Arrival, der 2017 die Trophäe holte, unter anderem damit:

Fazit – Unterschied zwischen Ton und Tonschnitt

Der Unterschied zwischen Ton und Tonschnitt ist also folgender: Bester Tonschnitt ehrt die Tongestaltung, Bester Ton die Tonmischung. Der Tongestalter kreiert und bearbeitet die einzelnen Soundeffekte, der Tonmischer sorgt dafür, dass sie zusammen gut klingen. Oder um es als Metapher auszudrücken: Der Tongestalter (Bester Tonschnitt) wählt die Zutaten aus und der Tonmischer (Bester Ton) wirft sie im richtigen Verhältnis in einen Topf, damit ein leckeres Gericht daraus wird.

Welche Sachverhalte soll Oscadamus in Zukunft erklären?

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